Wann hört dein Recht auf Musik auf und beginnt der Lärm für den Nachbarn?

supatrüfö: Guten Abend Hannes!  Ganz schön laut so ein Saxophon. Hast du tolerante Nachbarn oder war das ein einmaliges Solo?

Hannes: (lächelt) Beides stimmt – ich habe sehr nette Nachbarn, übe aber normalerweise auch nicht in meiner Hauszufahrt.)

supatrüfö: Wie ist die Gesetzeslage, was darf wer, wann, wie laut?

Hannes: Tatsächlich kommt es vor, dass sich Gerichte mit diesen Fragen ab und zu beschäftigen müssen. Stundenlanges Üben, Gruppen- und Orchesterproben können zu einer unzulässigen Beeinträchtigung durch „Lärm“ führen, wenn die Lautstärke ein ortsübliches Maß überschreitet. Dadurch kann die Benützung eines Hauses oder einer Wohnung des Nachbarn wesentlich gestört werden, was einen Unterlassungsanspruch zur Folge hätte. Wegen mir hat sich noch niemand beschwert – entweder spiele ich so schön oder übe nicht stundenlang. 😉

supatrüfö: Heute warst du ja alleine auf der Gartenbühne, normalerweise trägst du den Stab bei der Feuerwehrmusik Langwies?

Hannes: Ganz richtig. Ich bin seit 1979 Mitglied bei der Langwiesermusik und seit vielen Jahren auch Stabführer und Obmann.

supatrüfö: Wie würdest du den Stellenwert der Musik in deinem Leben beschreiben? Oder was ist das Erhebende für dich an der Musik?

Hannes:  Musik kann dich in andere Welten versetzen,
vor allem, wenn man selbst musiziert. Sie ist für mich ein wunderbarer Ausgleich zum Büro- und Kanzleialltag. Vor allem die Blasmusik ist außerdem sehr, sehr vielfältig, und auch die Kameradschaft, das gemeinsame Erleben und Gestalten von Jung und Alt quer durch alle Bevölkerungsschichten in unserem Verein ist toll.

supatrüfö: Deinen Kindern hast du diese
Leidenschaft vermacht?

Hannes: Ob das genetisch bedingt ist, weiß ich nicht so recht … Aber es freut mich, dass auch sie ihren Weg und ihren Zugang zur Musik, der durchaus unterschiedlich ist, gefunden haben.

supatrüfö: Wir könnten mal ein Duett probieren, ich habe einige Jahre Trompete gelernt – ich nannte es immer Freejazz, weil es sich so anhörte. 😉

Hannes: (lacht) Das ist eine beliebte Ausrede von allen, die zum Üben zu faul sind … Aber am Freitag haben wir „Musiprob“: Komm in unserem Musikheim vorbei, dann schauen (und hören) wir einmal,
was du kannst. ;-))

Ebensee
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